Das Kolpingwerk - 1865 bis 1901

Wachstum und Kontinuität

 

Kolpings Nachfolger

Nach dem Tode von Adolph Kolping trat sein Vertrauter Sebastian Georg Schäffer seine Nachfolge als Generalpräses an. In den 36 Jahren seiner Amtszeit bemühte sich Schäffer um die Bewahrung des Kolpingschen Erbes. Die Jahre und Jahrzehnte nach Kolpings Tod stehen dann auch im Zeichen von Wachstum und Kontinuität.
      

 

 

Der Verband wächst

Die Ausdehnung des Verbandes setzte sich ununterbrochen fort. Allerorts wurden Gesellenvereine gegründet, so dass bis Ende des 19. Jahrhunderts große Teile Europas mit einem Netz von Gesellenvereinen überzogen waren. Der Großteil der Gesellenvereine befand sich jedoch im deutschsprachigen Raum. Im Ausland waren die Gesellenvereine vielfach Treffpunkt und Heimat für die ausgewanderten deutschsprachigen Gesellen. Dies hängt damit zusammen, dass es damals in vielen europäischen Ländern kein katholisches Vereins- oder Verbandswesen gab.        


Verbandsstrukturen

Die Gesellenvereine veränderten sich in diesen Jahrzehnten nicht wesentlich. Die Struktur des Verbandes blieb weitgehend erhalten, zumal das Generalstatut von 1864 für viele Jahrzehnte Gültigkeit besaß. Kleinere Änderungen ergaben sich in den 1880er Jahren mit der Herausbildung von Bezirksverbänden als Bindeglied zwischen der Diözesanebene und der örtlichen Gemeinschaft. In verschiedenen Vereinen entwickelten sich Zusammenschlüsse ehemaliger Mitglieder. Auch als Selbständige oder Verheiratete fühlten sie sich nach wie vor dem Verein verbunden. Ferner gab es verschiedene Ansätze, Lehrlinge mit einzubeziehen.

Ein weiterer Aspekt der Verbandsentwicklung ist der Ausbau der von Kolping selbst initiierten Selbsthilfeeinrichtungen wie die Spar- und Krankenkassen. Diese fanden in Zeiten fehlender sozialen Absicherung regen Zulauf. In den größeren Vereinen bildeten sich Ende des 19. Jahrhunderts Fachabteilungen. Dort wurden den Angehörigen verschiedener Berufszweige spezifische Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten, die der Vorbereitung auf die Meisterprüfung dienten. Hier leistete der Katholische Gesellenverein ganzen Generationen von Handwerkern einen unersetzlichen Dienst für die berufliche Qualifizierung. Damit erhöhten sich auch ihre Chancen auf eine bessere Zukunft.

Der erfolgreiche Weg des Katholischen Gesellenvereins konnte von außen nicht aufgehalten werden. Schon ein Jahr nach Kolpings Tod gab es Krieg zwischen Preußen und Österreich. Mitglieder des Gesellenvereins mussten hüben wie drüben in den Kampf ziehen. Eine schwere Belastungsprobe stellte der sogenannte Kulturkampf dar. Die katholische Kirche in Deutschland, insbesondere in Preußen, sah sich sehr massiven Beeinträchtigungen von staatlicher Seite ausgesetzt. Eine weitere Herausforderung stellte der politische Bedeutungszuwachs des Sozialismus dar. Der Gesellenverein – seinem Selbstverständnis nach Teil der katholischen Sozialbewegung – stand im weltanschaulichen Konkurrenzkampf bei der Lösung der sozialen Frage. Er begrüßte dann auch nachdrücklich das Erscheinen der ersten päpstlichen Sozialenzyklika "Rerum Novarum" im Jahre 1891.


(Quelle: Kolping.de)

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